Persönliche Schutzausrüstung für das Laserstrahlschweißen: Augen-, Haut- und Körperschutz
September 4, 2026
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Persönliche Schutzausrüstung für das Laserstrahlschweißen: Augen-, Haut- und Körperschutz

Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) für das Laserschweißen ist nicht mit der PSA für das herkömmliche Lichtbogenschweißen austauschbar. Die Gefahren sind unterschiedlich, die Wellenlängen sind unterschiedlich, und die Folgen der Verwendung der falschen Ausrüstung sind gravierend. Ein herkömmlicher Lichtbogenschweißhelm bietet keinen wirksamen Schutz vor einem Laserstrahl der Klasse IV. Dieser Leitfaden behandelt die spezifischen Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung (PSA) beim Handlaserschweißen – was Sie benötigen, warum es wichtig ist und was die relevanten Normen vorschreiben.

Eine Einführung in die Sicherheit beim Laserschweißen und die Laserklassifizierung finden Sie unter Was ist Sicherheit beim Laserschweißen?

Warum die Standard-Schutzausrüstung für Lichtbogenschweißen nicht ausreicht

Konventionelle Lichtbogenschweißhelme sind so konstruiert, dass sie vor Lichtbogenblitz, UV-Strahlung und sichtbarem Licht des Schweißlichtbogens schützen. Sie sind nicht auf Schutz gegen Nahinfrarot-Laserstrahlung bei Wellenlängen wie 1.070 nm getestet oder zugelassen, was die Betriebswellenlänge der meisten handgeführten Laserschweißsysteme ist. Die Verwendung eines Lichtbogenschweißhelms beim Laserschweißen kann zu schweren, dauerhaften Augenverletzungen führen.

Die gesamte in Laserschweißumgebungen verwendete persönliche Schutzausrüstung (PSA) muss speziell für die verwendete Laserwellenlänge und Laserklasse zertifiziert sein.

Augenschutz: Laserschutzbrille

Alle Personen, die sich während der Laserschweißarbeiten im Laserkontrollbereich (LCA) aufhalten, müssen eine geeignete Laserschutzbrille tragen. Dies schließt Umstehende und Beobachter ein, nicht nur den Bediener.

  • Wellenlängenanpassung — Laserschutzbrillen müssen für die spezifische Wellenlänge des verwendeten Lasers zertifiziert sein. Bei ESAB-Handlaserschweißsystemen handelt es sich um den Nahinfrarotbereich von 900–1100 nm.
  • Normenkonformität — Die Schutzbrille muss der EN 207 (Europa) oder gleichwertigen nationalen Normen entsprechen. Die optische Dichtebewertung der Linsen muss der Laserausgangsleistung entsprechen.
  • Die Laserschutzbrille ist das letzte Mittel, keine primäre Verteidigung — Laserschutzbrillen schützen vor versehentlicher und unbeabsichtigter Exposition. Es ist nicht als Schutz gegen direkte, anhaltende Strahleneinwirkung konzipiert. Schauen Sie niemals direkt in die Laseröffnung oder richten Sie den Brenner auf eine andere Person.
  • Inspektion vor Gebrauch — Immer vor Gebrauch die Laserschutzbrille auf Kratzer, Risse oder Beschädigungen prüfen. Beschädigte Linsen bieten möglicherweise nicht mehr den angegebenen Schutz.

Der Laserschweißhelm

Der primäre Augen- und Gesichtsschutz für den Bediener von Laserschweißeinrichtungen ist ein spezieller Laserschweißhelm. Dies unterscheidet sich sowohl von Laserschutzbrillen als auch von herkömmlichen Lichtbogenschweißhelmen.

Laserspezifische Schweißhelme sind für den Einsatz mit handgeführten Laserschweißsystemen konzipiert, die als Laserklasse IV bei Wellenlängen von 900–1100 nm arbeiten. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:

  • Carbonfaser-Außenhülle — bietet strukturellen Schutz und ist nicht reflektierend
  • UV- und IR-Filter — Der Linsenfilter erfüllt die Mindestschutzklasse EN 207:2017 D LB6, die Norm für den Augenschutz gegen gepulste und kontinuierliche Laserstrahlung.
  • Aufprallschutz — ESAB Laser-geeignete Helme erfüllen auch die Normen für Augen- und Gesichtsschutz vor Aufprall, einschließlich EN ISO 16321-1:2022, EN ISO 16321-2:2021 und AS/NZS 1337.1:2010
  • Vollständiger Gesichtsschutz — Im Gegensatz zu einer reinen Laserschutzbrille bietet der Vollgesichtshelm Schutz für das gesamte Gesicht, nicht nur für die Augen.

Der Helm bietet bei Verwendung mit geeigneter Filterung auch einen Atemschutz – was angesichts der mit dem Laserstrahlschweißen verbundenen Gefahren durch Schweißrauch wichtig ist. Siehe unseren Leitfaden zu Laserstrahlschweißen: Brand-, Rauch-, Staub- und elektrische Gefahren für weitere Details zum Schweißrauchmanagement.

Hautschutz: Schweißerschutzkleidung

Laserstrahlung und die durch das Schweißplasma erzeugte UV/IR-Strahlung können bei wiederholter Exposition zu Hautverbrennungen führen, das Hautkrebsrisiko erhöhen und die Hautalterung beschleunigen. Alle Personen im LCA müssen angemessene Schutzkleidung tragen.

  • Nicht reflektierende Materialien — Kleidung muss nicht reflektierend sein. Glänzende oder metallische Materialien können Laserenergie unvorhersehbar umlenken. Tragen Sie nach Möglichkeit matte, dunkle Kleidung.
  • Nicht brennbare Materialien — Vermeiden Sie synthetische Stoffe, die schmelzen statt zu verkohlen. Tragen Sie flammbeständige (FR) Kleidung, die für Schweißumgebungen geeignet ist.
  • Vollständige Abdeckung — die gesamte Haut sollte bedeckt sein. Vermeiden Sie in der LCA kurze Ärmel, offene Kragen oder hochgekrempelte Ärmelbündchen.

Handschutz: Schutzhandschuhe

Beim Laserschweißen müssen geeignete Handschuhe getragen werden. Schutzhandschuhe erfüllen zwei Zwecke: Schutz vor Laserverbrennungen durch versehentlichen Strahlkontakt und Schutz vor heißen oder scharfen Werkstücken.

  • Die Schutzhandschuhe müssen den lokalen und den jeweils geltenden internationalen Lasersicherheitsstandards für die verwendete Wellenlänge und Leistungsstufe entsprechen.
  • Die Schutzhandschuhe sollten außerdem einen ausreichenden Hitzeschutz beim Umgang mit erhitzten Werkstücken nach dem Schweißen bieten.
  • Wie bei aller PSA sollten Schutzhandschuhe vor Gebrauch geprüft und beschädigte, zerrissene oder kontaminierte Schutzhandschuhe ersetzt werden.

Zusammenfassung der Mindestanforderungen an die persönliche Schutzausrüstung

Werkstoff Schnittleichtigkeit Geschwindigkeit vs. unlegierter Stahl Empfohlenes Gas Wichtiger Beobachtungspunkt
unlegierter Stahl Einfachste Bezugswertgeschwindigkeit Druckluft Fahrgeschwindigkeit zum Steuervorgang der Schlacke
Nichtrostender Stahl Unkompliziert Etwas langsamer gasgekühlt oder Stickstoff Erdungsanschluss; Anlauffarbe mit Luft
Aluminium Unkompliziert Langsamer Druckluft Fahrgeschwindigkeit beibehalten; Schweißstrom erhöhen
Kupfer und Messing Anspruchsvoller Langsamer Druckluft Rauchabsaugung unerlässlich; frische Schweißzusätze
Titan Gut Ähnlich wie Edelstahl Druckluft Kantenoxidation ist normal
Gusseisen Bearbeitbar Ähnlich wie unlegierter Stahl Druckluft Raue Kante; bei dicken Abschnitten thermischen Schock vermeiden.