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Tipps von ESAB-Experten, um Ihre Schweiß-, Schneid- und Fertigungsfähigkeiten auf die nächste Stufe zu heben.
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Laserschweißen ist eines der am schnellsten wachsenden Fügeverfahren in der modernen Fertigung – es bietet außergewöhnliche Präzision, minimalen Verzug und Schweißgeschwindigkeiten, die mit herkömmlichen Lichtbogenschweißverfahren nicht erreicht werden können. Neben den Leistungsvorteilen birgt das Laserschweißen jedoch eine Gefahrenkategorie, die sich grundlegend vom herkömmlichen Lichtbogenschweißen unterscheidet. Der Strahl ist unsichtbar, geräuschlos und kann innerhalb von Millisekunden dauerhafte Augenschäden verursachen. Für alle, die mit dem Bedienen, Überwachen oder Spezifizieren dieser Systeme befasst sind, ist es unerlässlich zu verstehen, wie das Laserschweißen funktioniert und warum es einen anderen Sicherheitsansatz erfordert.
Laserschweißen (Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation) ist ein Schmelzschweißverfahren, bei dem Metalle mithilfe eines hochfokussierten Laserstrahls verbunden werden. Der Strahl wird auf die Verbindungsstelle zwischen den zu verschweißenden Werkstoffen gerichtet, schmilzt die Grundwerkstoffe an der Verbindungsstelle und verbindet sie beim Abkühlen und Erstarren.
Die hochkonzentrierte Wärmequelle ermöglicht das Laserschweißen mit hohen Geschwindigkeiten – in manchen Anwendungen Meter pro Minute –, während die kleine Wärmeeinflusszone (WEZ) Verformungen und thermische Spannungen im umgebenden Material minimiert. Diese Kombination aus Geschwindigkeit, Präzision und geringer Verformung ist der Grund für die rasante Verbreitung des Laserschweißens in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt-, Medizin- und Strukturbauindustrie.
Es gibt zwei grundlegende Betriebsarten des Laserschweißens, die jeweils für unterschiedliche Anwendungen und Leistungsstufen geeignet sind:
Beim Wärmeleitungsschweißen erhitzt der Laserstrahl die Materialoberfläche über ihren Schmelzpunkt, aber unterhalb ihres Verdampfungspunktes. Das Verfahren erzeugt glatte, ästhetisch saubere Schweißnähte mit geringem Einbrandprofil, die mit einem Laser mit relativ niedriger Leistung (unter 500 W) ausgeführt werden. Typische Anwendungen sind das Fügen dünner Bleche, die Schmuckherstellung und die Präzisionselektronik, wo Aussehen und minimaler Einbrand Priorität haben.
Beim Tiefschweißen erhitzt der Laserstrahl das Material bis zur Verdampfungstemperatur, dringt tief in das Material ein und erzeugt einen schmalen Kanal – das „Schlüsselloch“ – mit plasmaähnlichen Bedingungen im Inneren und Temperaturen von über 10.000 K. Tiefschweißen wird mit Hochleistungslasern (über 10⁵ W/mm²) durchgeführt und erzeugt tiefe, schmale Schweißnähte mit einem ausgezeichneten Verhältnis von Tiefe zu Breite. Dies ist der Standardmodus für strukturelle und industrielle Laserstrahlschweißanwendungen.
Laserstrahlschweißen kann mit konventionellem Lichtbogenschweißen – MIG, WIG, MAG oder Plasma – kombiniert werden, um hybrides Laserstrahl-Lichtbogenschweißen zu erzeugen. Die Kombination vereint die Vorteile beider Verfahren: den tiefen Einbrand und die hohe Geschwindigkeit des Laserstrahlschweißens mit der Fähigkeit zum Überbrücken von Spalten, der kontrollierten Kühlung der Schweißnaht und der metallurgischen Flexibilität des Lichtbogenschweißens. Hybrides Laserstrahlschweißen findet breite Anwendung im Schiffbau, in der schweren Fertigung und in der Automobilindustrie.
Die gleichen Eigenschaften, die das Laserschweißen so effektiv machen – der konzentrierte, hochenergetische Strahl – machen es bei unsachgemäßer Kontrolle auch deutlich gefährlicher als das herkömmliche Lichtbogenschweißen. Diese Unterschiede sind nicht graduell; sie erfordern einen grundlegend anderen Ansatz beim Risikomanagement und der persönlichen Schutzausrüstung.
ESAB-Handlaserschweißsysteme arbeiten als Geräte der Klasse III-A oder Klasse IV. Das Verständnis dieses Unterschieds ist für jeden, der mit oder in der Nähe dieser Systeme arbeitet, unerlässlich.
Laserprodukte der Klasse III-A sind vor allem dann gefährlich, wenn sie mit optischen Instrumenten kombiniert werden, die den Strahldurchmesser oder die Leistungsdichte verändern. Auch ohne optische Verstärkung kann ein direkter Kontakt mit dem Auge von mehr als zwei Minuten Dauer zu schweren Netzhautschäden führen.
Laserprodukte der Klasse IV stellen die höchste Gefahrenklasse dar. Sie haben eine hohe Ausgangsleistung und verursachen bei jedem, der sich im direkten oder reflektierten Strahl befindet, sofortige, schwere Augen- und Hautverletzungen. Es gibt kein sicheres Maß an ungeschützter Exposition. Laser der Klasse IV können auch Brandgefahren darstellen, wenn der Strahl mit brennbaren Materialien in Kontakt kommt. ESAB-Handlaserschweißsysteme arbeiten während des Schweißens als Klasse IV.
Die Sicherheitsbestimmungen beim Laserschweißen gelten für alle Personen in der Laserumgebung – nicht nur für den Bediener. Das beinhaltet:
Eine vollständige Anleitung zur Einrichtung eines sicheren Laserstrahlschweißarbeitsplatzes einschließlich LCA-Anforderungen und Zugangskontrollen finden Sie in unserem Artikel über Einrichtung eines sicheren Laserstrahlschweißarbeitsplatzes.
Jede Organisation, die ein Laserstrahlschweißsystem betreibt, muss einen qualifizierten Laserschutzbeauftragten (LSO) ernennen. Der LSO ist eine regulatorische Anforderung gemäß IEC 60825-1 und ANSI Z136.9 und ist verantwortlich für die Gefahrenbewertung, Kontrollmaßnahmen, Verfahrensgenehmigung und die Schulung der Bediener. Während der gesamten Dauer der Laserstrahlschweißarbeiten muss ein zertifizierter Laserschutzbeauftragter (LSO) zur Verfügung stehen.
Internationale Elektrotechnische Kommission. (2014). IEC 60825-1: Sicherheit von Laserprodukten — Teil 1: Geräteklassifizierung und Anforderungen. https://webstore.iec.ch/en/publication/3587